Die deutsche Landwirtschaft beschleunigt ins 21. Jahrhundert

 

MdB Rainer Spiering

 

Rainer Spiering, zuständiger Berichterstatter der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion:

Die Digitalisierung der Landwirtschaft bietet Lösungen für mehr Nachhaltigkeit und Umweltgerechtigkeit. Im Bundeshaushalt werden deshalb in den kommenden drei Jahren insgesamt 10 Millionen Euro für die Erarbeitung einer unternehmensunabhängigen IT-Plattform bereitgestellt.

 

„Unsere Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Es fehlt an Antworten auf den steigenden Preisdruck und die internationale Konkurrenz sowie die Wünsche nach mehr Transparenz, steigender Qualität und höherer Sicherheit von Lebensmitteln. Eine effiziente und ressourcenschonende Bewirtschaftung ist für den Erfolg unabdingbar. Die Digitalisierung und der richtige Einsatz von Smart Farming kann zur Lösung beitragen.

Aus den Mitteln des Innovationsprogramms des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) werden in den kommenden drei Jahren zehn Millionen Euro für die Erarbeitung einer unternehmensunabhängigen IT-Plattform bereitgestellt. Damit setzen wir die Forderung aus dem SPD-Positionspapier zu Smart Farming um. Für das Jahr 2017 stehen vier Millionen Euro bereit. Für 2018 und 2019 stehen jeweils drei Millionen Euro zur Verfügung.

Auch bei der Digitalisierung des Hofes wollen die Landwirte ihre Unabhängigkeit von einzelnen Landtechnikanbietern bewahren. Sie haben Sorge, sie könnten die Hoheit über ihre Daten verlieren. Wir nehmen dies ernst! Die Daten gehören den jeweiligen Landwirten, nicht denjenigen, die die Programme bereitstellen. Zudem muss ein reibungsloser Datenaustausch zwischen den Produkten der verschiedenen Hersteller gewährleistet werden.

Klar ist, dass Smart Farming enormes Potenzial bietet und den bestehenden Arbeitskräftemangel auffangen kann. Die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung muss den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. Schon heute fahren GPS-gestützte und sensorgesteuerte Landmaschinen auf dem Acker. Die Entwicklung und die Nährstoffversorgung von Pflanzen kann so quadratmetergenau beobachtet und beeinflusst werden. Im Stall können die Gesundheits- und Leistungsdaten der Tiere digital gemessen werden. Dies ermöglicht eine individuelle Betreuung und eine erhebliche Reduzierung des Aufwands in den Nachweis- und Dokumentationspflichten.

Dafür sind intelligente und anwenderfreundliche Daten-Management-Systeme nötig, die die gesamte Prozesskette vom Feld bis zur Lieferung an den Handel abbilden. Nur mit diesen umfassenden Programmen können die Produktivität, die Produktqualität und die Sicherheit der Prozesse gleichzeitig erhöht werden.

Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Nutzung der digitalen Prozesssteuerung und Optimierung ist der flächendeckende Ausbau des Breitbandnetzes im ländlichen Raum. Deshalb fordern wir den Bundesverkehrsminister auf, den Breitbandausbau auch im ländlichen Raum massiv voranzutreiben.“

 
    Landwirtschaft
 

 


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