21.10.2013. Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union

Olaf Abdinghoff-Feldkemper
 
Foto: abdinghoff-feldkemper

Der SPD-Parteikonvent hat am 20. Oktober 2013 mit großer Mehrheit beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit der Union aufzunehmen. In der Abstimmung stimmten von 229 Delegierten 31 mit „Nein", zwei enthielten sich. Das bedeutet eine Zustimmung von rund 85 Prozent. Jetzt folgt der nächsten Schritt: Wir wollen in förmlichen Verhandlungen feststellen, ob politische Fortschritte in einer Regierung mit CDU und CSU möglich sind.

Doch machen wir uns nichts vor: Das werden harte Verhandlungen. Denn unsere Aufgabe besteht nicht darin, unter allen Umständen in eine Regierung zu gehen. Unser Auftrag ist, Bewegung, Fortschritt und mehr Gerechtigkeit für das Land zu verwirklichen. Konkrete Verbesserungen für Arbeit und Leben von vielen Millionen Menschen in Deutschland.

Wie das geht, steht in unserem Regierungsprogramm. Das ist auch für uns der Maßstab. Dabei werden wir für unsere Ziele hart kämpfen. Klar ist: Nicht alles werden wir durchsetzen können, Koalitionsverhandlungen erfordern immer auch Kompromisse. Was für uns aber unverzichtbar sein wird in einem möglichen Koalitionsvertrag, hat der Konvent der Verhandlungsdelegation als Auftrag mitgegeben: der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren, Verbesserungen bei der Pflege, die Gleichstellung von Frauen und Männern, die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts, mehr Geld für die Kommunen, für Infrastruktur und Bildung, die Spekulantensteuer, Impulse für mehr Wachstum und Arbeitsplätze in Europa, eine erfolgreiche Energiewende.

Fest steht für uns: Das alles muss auch verlässlich und solide finanziert werden – und zwar ohne neue Schulden. Aber auch ohne soziale Kürzungen an anderer Stelle.

Ob wir diesem Anspruch in einem Koalitionsvertrag gerecht werden, müssen am Ende der Verhandlungen die Mitglieder entscheiden. Sie haben das letzte und das entscheidende Wort darüber, ob eine Regierungsbeteiligung der SPD Sinn macht oder nicht. Diese Befragung aller Mitglieder ist im Parteivorstand beschlossen worden.

Von nun an geht es darum, konkrete Verbesserungen für viele Millionen Menschen durchzusetzen. Und wir haben zugleich die Chance, in dem jetzt folgenden Prozess neue Standards zu setzen für innerparteiliche Demokratie: das verbindliche Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag.

Das bedeutet: Auf Deine Stimme kommt es an!

Jetzt Mitglied werden! Jetzt mitbestimmen!

Mit herzlichen Grüßen

Olaf Abdinghoff-Feldkemper
Bezirksgeschäftsführer SPD Weser-Ems