22.03.2011. Fukushima ist überall!

Johanne Modder, MdL

Wir sind entsetzt über die Folgen des Erdbebens und des Tsunami in Japan. Unser Mitgefühl gilt allen, die unter dieser schrecklichen Naturkatastrophe leiden müssen.

Die Situation in den Atomreaktoren von Fukushima wird immer dramatischer. Bei allen Versuchen der Verhinderung einer atomaren Katastrophe setzen die ArbeiterInnen vor Ort ihr Leben ein. Wir hoffen inständig, dass ein solcher Super-GAU in Japan noch verhindert werden kann.

Die Ereignisse in Japan sind der deutliche Beweis, dass auch in einem Hochtechnologie-Land mit besonderer Sicherheitskultur nicht alle Risiken der Atomenergie beherrscht werden können.

Sicher ist bei der Atomkraft nur eins: Das Risiko.

Wir fordern von der Bundesregierung die Stilllegung der Atomkraftwerke in Deutschland. Noch haben wir die Wahl, ob wir vor oder nach dem Super-GAU in einem hiesigen AKW aus dieser unverantwortbaren Technologie aussteigen.

Keiner der 17 deutschen Reaktoren wäre heute noch genehmigungsfähig. Überall gibt es eklatante Sicherheitsmängel.

Die Ankündigung der Bundesregierung, die Laufzeitverlängerung der bestehenden Atomkraftwerke „auszusetzen“ ist ein billiger Bluff. Es ist zu befürchten, dass sie die nächsten Monate lediglich aussitzen will und zu den Laufzeitverlängerungen wieder zurückkehrt und Reaktoren wieder ans Netz gehen lässt.

„Wir als Unternehmen haben am Ende natürlich auch gegenüber unseren Shareholdern eine Verantwortung", sagte der Chef von Eon-Kernkraft, Bernhard Fischer zu der gegen den Willen des Konzerns erfolgten Abschaltung des eon-AKWs Unterweser.

Wir sagen: Profite vor Menschen zu stellen ist nicht akzeptabel.

Der eon-Konzern ist nicht nur an AKW´s in der Bundesrepublik beteiligt, sondern versorgt auch die japanische Atomindustrie mit Brennstäben. Urenco, Betreiber der im nahegelegenen Gronau (NRW) bestehenden Urananreicherungsanlage, ist eine Tochtergesellschaft u.a. von EON und RWE und liefert angereichertes Uran für die Reaktorbrennstäbe über Schwesteranlagen sogar zum Fukushima-Betreiber Tepco nach Japan.

Wir fordern die Bundesregierung auf:

Atomausstieg jetzt!